5 Beispiele, wie das Handwerk von IoT profitieren kann

5 Beispiele, wie das Handwerk von IoT profitieren kann​

IoT – das Internet der Dinge und das Handwerk

Nach Expertenschätzungen wird das Internet der Dinge – englisch Internet of Things oder abgekürzt IoT – in der nahen Zukunft einen Markt mit einem Potenzial von mehreren Billionen Euro schaffen, von dem auch das Handwerk profitiert. Die Frage ist allerdings, wie das funktionieren kann bzw. welche Möglichkeiten für Handwerker bestehen, daran teilzuhaben, denn viele betreten mit dem Internet of Things absolutes Neuland.

Basiswissen, um die IoT-Technologie zu verstehen

In einem ersten Schritt sollten Sie sich auf Ihre Kernkompetenzen besinnen und überlegen, ob und wie das Internet der Dinge für Ihre Dienstleistungen oder für interne Abläufe in Ihrem Unternehmen nützlich sein kann beziehungsweise diese ergänzt. Dazu ist zunächst Basiswissen über die Technologie und ihre Anwendungen erforderlich. Beim IoT geht es konkret um die Vernetzung von Sensoren, Maschinen und Geräten sowie Menschen.

Eine Maßnahme, wie der Hackathon Handwerk beispielsweise, veranstaltet im April 2019 von der Kreishandwerkerschaft Rhein-Erft und unterstützt vom Kompetenzzentrum Digitales Handwerk, bot den teilnehmenden Handwerkern zunächst eine Einweisung in die Theorie und ließ sie erste Ideen für die Digitalisierung im Zusammenhang mit ihrem Berufsfeld entwickeln. Die Ansätze wurden dann in einer praktischen Phase und mit der Anwendung von Sensoren in die Tat umgesetzt, wobei interessante und spannende Ergebnisse zustande kamen.

Fünf Praxisbeispiele aus dem Handwerk

1. Intelligente Fenster

Eine Gruppe entwickelte mit Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren eine intelligente Fensterschaltung. Die Sensoren messen die Werte parallel im Außen- und Innenbereich. Ein Algorithmus mit Wenn-dann-Funktion trifft die Entscheidung, ob die automatische Lüftung sich einschaltet und die Fenster geöffnet werden. Ist etwa die Luftfeuchtigkeit innerhalb von Räumen höher als draußen, öffnen sich die Fenster. In diesem Fall werden Dienstleistungen und Produkte als Gesamtpaket verkauft. Der Kunde bekommt also nicht nur elektronisch geregelte Fenster, sondern durch die intelligente Lüftung ein optimales Wohnklima. Man bezeichnet diesen Dienstleistungsansatz auch als Produkt-Service-System.

2. Sensorüberwachung nach einem Wasserschaden

Ein Team installierte einen Sensor in einer Wand, um den Trocknungszustand nach einem Wasserschaden zu messen. Sobald die Wand trocken genug ist, um renoviert zu werden, meldet sich der Sensor. Ein zweiter Sensor überwacht den Füllstand des eingesetzten Luftentfeuchters. Ist sein Auffangbehälter gefüllt, meldet der Wasserdetektor dies zum Beispiel per SMS an den Wohnungs- oder Hausbesitzer, damit dieser ihn leeren kann. Durch die Lösung wird nicht nur die Trocknungszeit verkürzt, da unnötige Betriebspausen des Entfeuchters wegfallen. Auch Fahrten des Handwerkers zur Kontrolle des Zustandes der Wand entfallen. Das spart Zeit und Kosten.

3. Regenrinne ruft Dachdecker

Ein Student und eine Dachdeckermeisterin kombinierten Gewichtssensoren mit einem Messgerät für Niederschläge. Dabei wird die Niederschlagshöhe auf dem Dach unter Berücksichtigung des Gewichts gemessen, um Verstopfungen automatisch registrieren und im Notfall sowohl den Betrieb als auch den Eigentümer informieren zu können.

4. Smarte Steuerung in der Werkstatt

Ein Meister der Kfz-Technik entwickelte einen smarten Schweißerhelm, mit dem ein Problem aus seiner eigenen Erfahrung gelöst werden konnte, nämlich dass beim Schutzgasschweißen das Gas durch die Lüftung weggeblasen wird. Er brachte in dem Helm einen Infrarotsensor an, der die Verschattung registriert, wenn er ihn aufsetzt, und dann über eine drahtlose Verbindung automatisch die Lüftung ausschaltet und gleichzeitig die Beleuchtung dämmt.

5. Moderner Denkmalschutz

Ein fünftes Team schließlich entwickelte ein Modul, das die Pflege von Denkmälern erleichtern und deren Verfall gegensteuern soll. Dabei messen am Bauwerk angebrachte Sensoren permanent die Luft- und Fugenfeuchtigkeit sowie die Temperatur. Die so ermittelten Daten werden drahtlos an den überwachenden Betrieb übertragen und dort ausgewertet. Auf diese Weise kann eine Kontrolle aus der Ferne erfolgen. Handwerker müssen zum Beispiel für einen Check nicht mehr auf einen Kirchturm steigen.

Fazit: Handwerker können vom IoT in unterschiedlicher Weise profitieren

Die Veranstaltung Hackathon Handwerk brachte noch weitere sinnvolle Entwicklungen dafür hervor, wie Handwerksbetriebe die Digitalisierung und das Internet der Dinge für sich nutzen können, sei es für ihre eigenen Belange wie im Fall des intelligenten Schweißerhelms oder zum Nutzen der Kunden wie bei der Lüftung durch automatische Fenstersteuerung.

Netzwerk Handwerk.DIGITAL

Gemeinsam mit Experten und anhand erfolgreicher Beispiele aus der Praxis beleuchten Netzwerk Handwerk und Netzwerk Handwerk.DIGITAL richtungsweisende Themen beleuchtet. 

Inspiriert sind die Schwerpunkte von der Trendmap Handwerk, die 25+8 zentrale Trends im Handwerk bis ins Jahr 2025 aufzeigt.

Zielgruppe der analogen und digitalen Veranstaltungen sind:

  • Handwerksunternehmer
  • Start-ups
  • Architekten und
  • Planungsbüros

DIE TRENDMAP HANDWERK

Die Trendmap Handwerk wirft einen Blick in die Zukunft und beleuchtet die Trendthemen der Branche. Sie umfasst vier große Cluster: Automation | Engagement | Marketing | Networking

„25 Trends für 2025“ – so ist der Titel der Trendmap Handwerk, die einen Blick in die Zukunft der Branche wirft. Auf der Internationalen Handwerksmesse 2019 wurden die Trendmap Handwerk und sechs Trends daraus vorgestellt.

Entwickelt wurde die Trendmap von Trendforscher Peter Wippermann, Gründer der Trendforschungsagentur Trendbüro, zusammen mit der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, die die Internationale Handwerksmesse veranstaltet.

Vom Einsatz neuer Werkzeuge wie Drohnen, 3-D-Drucker und Cobots über Softwarelösungen für die Optimierung von Betriebsabläufen bis zur Positionierung des eigenen Unternehmens als Marke – das Handwerk hat in den vergangenen Jahren eine spannende Entwicklung erlebt.

Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, erklärt: „Die Internationale Handwerksmesse als Leitmesse für das gesamte deutsche Handwerk, ist immer wieder Bühne für Ideen und Innovationen, auf der Besucher die Trends aus dem und für das Handwerk erleben.

Als führender Messeveranstalter für das Handwerk in Deutschland wollen wir nun einen Schritt weitergehen und gebündelt die wichtigsten Entwicklungen aufzeigen, die das Handwerk in den kommenden Jahren beeinflussen. Durch die Trendmap Handwerk sollen Betriebe erkennen, in welche Richtung sich die Branche entwickelt, welche Chancen sich daraus ergeben und was sie beachten müssen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.“