Automatisierte Baustellendokumentation – wo ist das Problem?

Automatisierte Baustellendokumentation – wo ist das Problem?

Verbraucherbauverträge, Gewährleistungsansprüche der Kunden, Mängelgewährleistung gegenüber den Lieferanten … Die zunehmende Bedeutung einer lückenlosen Baustellendokumentation und Archivierung ist auch auf neue Vorschriften zurückzuführen. Vollständige Datenbestände helfen im Streit- oder Zweifelsfall beim Nachweis, dass ein Meisterbetrieb alle Arbeiten vor Ort ordnungsgemäß und fachgerecht ausgeführt hat.

Wer im Büro und auf der Baustelle seine Dokumentationspflichten effektiv erledigen möchte, setzt auf die digitale Bauakte. Nachfolgend wird hier aufgezeigt, wie die cloudbasierte Dokumentations- und Kommunikationsanwendungen arbeiten und welche Vorteile sie Handwerksunternehmen im Baugewerbe bringen.

Eine alte Manager-Weisheit lautet: Was nicht auf Papier steht, wurde nie gesagt. Übertragen auf ein Handwerksunternehmen gilt heute sinngemäß: Was nicht digital erfasst und jederzeit wieder auffindbar ist, kann (oder wird?) einem früher oder später auf die Füße fallen.

Die Konsequenz: Allein zur rechtlichen Absicherung gibt es für Handwerksbetriebe keine Alternative zu einer zeitgemäßen Projektdokumentation. Ein Beispiel: Die digitale Bauakte bündelt Pläne, Skizzen, Materiallisten, Fotos des Baufortschritts, der verwendeten Materialien etc. und weitere projektbezogene Informationen an einer zentralen Stelle. Geeignete Lösungen unterstützen alle gängigen Medien- und Dateiformate. Daten sowie die benötigten Funktionalitäten halten die Anbieter in der Cloud vor. Einrichtung und Verwaltung der digitalen Bauakte erfolgen über eine anmeldepflichtige Weboberfläche, die an jedem Computer einfach per Browser abrufbar ist. Handwerkerspezifische Apps für das Smartphone und Tablet (Android, iOS) und verschlüsselte Internetverbindungen stellen sicher, dass die Datenzentrale nicht nur im Büro, sondern auch auf der Baustelle und in der Werkstatt greifbar und auf dem neuesten Stand bleibt.

Dynamisches Archiv

Die digitale Bauakte kann richtig Leben in das Baustellen-Projektmanagement bringen. Sie schafft eine solide technische Grundlage zum einfachen, verzögerungsfreien Teilen aktueller Informationen beim Austausch zwischen den Teams vor Ort, Ihren Mitarbeitern im Büro und möglicherweise anderen Beteiligten wie den Bauherren, den Architekten und Partnerunternehmen. Zugriffsberechtigungen regeln, wer welche Dokumente betrachten und bearbeiten kann. Automatisch generierte Zusatzinformationen wie die Zeit- und Datumsangaben sowie die Geodaten der erstellten Fotos erleichtern die Zuordnung. Darüber hinaus können zum Beispiel im Büro die einzelnen Informationshappen mit passenden Schlagworten versehen werden. Vorteil: Die so ausgezeichneten Dokumente sind bei einer späteren Archiv-Suche leichter auffindbar.

Smart ist angesagt

Gerade auch für Handwerksunternehmen aus der Baubranche gibt es mittlerweile einige schnell einsetzbare und ohne große Investitionen nutzbare Lösungen. Dazu zählen beispielsweise Craftnote, Novus Go, WerkerApp und viele andere.

Ganz gleich, welche Lösungen im Funktionsumfang und – ganz wichtig – welche Benutzeroberfläche letztlich am besten zu den Anforderungen Ihrer Mitarbeiter und Ihres Unternehmens passen: Der konsequente Einsatz der digitalen Bauakte führt ohne große technische Barrieren direkt zu einer signifikanten Zeitersparnis im Baustellen-Management. Und längerfristig gibt sie ihren Anwendern das beruhigende Gefühl, sich bei Rückfragen auch nach Jahren jederzeit auf die untrüglichen Fakten der eigenen, vollständigen Datenbestände berufen zu können. Allein deshalb wird sich dieses Investment bald auszahlen.

Dass das Thema „Digitale Bauakte” eine gewichtige Rolle im Rahmen des DIGITALZENTRUMS HANDWERK spielen wird, steht außer Frage.

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Netzwerk Handwerk.DIGITAL

Gemeinsam mit Experten und anhand erfolgreicher Beispiele aus der Praxis beleuchten Netzwerk Handwerk und Netzwerk Handwerk.DIGITAL richtungsweisende Themen beleuchtet. 

Inspiriert sind die Schwerpunkte von der Trendmap Handwerk, die 25+8 zentrale Trends im Handwerk bis ins Jahr 2025 aufzeigt.

Zielgruppe der analogen und digitalen Veranstaltungen sind:

  • Handwerksunternehmer
  • Start-ups
  • Architekten und
  • Planungsbüros

DIE TRENDMAP HANDWERK

Die Trendmap Handwerk wirft einen Blick in die Zukunft und beleuchtet die Trendthemen der Branche. Sie umfasst vier große Cluster: Automation | Engagement | Marketing | Networking

„25 Trends für 2025“ – so ist der Titel der Trendmap Handwerk, die einen Blick in die Zukunft der Branche wirft. Auf der Internationalen Handwerksmesse 2019 wurden die Trendmap Handwerk und sechs Trends daraus vorgestellt.

Entwickelt wurde die Trendmap von Trendforscher Peter Wippermann, Gründer der Trendforschungsagentur Trendbüro, zusammen mit der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, die die Internationale Handwerksmesse veranstaltet.

Vom Einsatz neuer Werkzeuge wie Drohnen, 3-D-Drucker und Cobots über Softwarelösungen für die Optimierung von Betriebsabläufen bis zur Positionierung des eigenen Unternehmens als Marke – das Handwerk hat in den vergangenen Jahren eine spannende Entwicklung erlebt.

Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, erklärt: „Die Internationale Handwerksmesse als Leitmesse für das gesamte deutsche Handwerk, ist immer wieder Bühne für Ideen und Innovationen, auf der Besucher die Trends aus dem und für das Handwerk erleben.

Als führender Messeveranstalter für das Handwerk in Deutschland wollen wir nun einen Schritt weitergehen und gebündelt die wichtigsten Entwicklungen aufzeigen, die das Handwerk in den kommenden Jahren beeinflussen. Durch die Trendmap Handwerk sollen Betriebe erkennen, in welche Richtung sich die Branche entwickelt, welche Chancen sich daraus ergeben und was sie beachten müssen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.“