So können Sie den digitalen Wandel in Ihrem Unternehmen praktisch gestalten

So können Sie den digitalen Wandel in Ihrem Unternehmen praktisch gestalten​

Die Digitalisierung ist im Handwerk angekommen. Aber wie lässt sie sich konkret in meinem Unternehmen umsetzen? Schließlich greifen die Veränderungen früher oder später tief in die Unternehmensstruktur ein. Auch Mitarbeiterführung und Arbeitskultur verändern sich über kurz oder lang. Starre Hierarchien werden abgebaut, Wissen wird vernetzt, Mitarbeiter arbeiten zunehmend mit digitalen mobilen Assistenten. Lesen Sie, wie Sie vorgehen können, damit Ihre digitale Reise erfolgreich wird. Soviel sei schonmal verraten: Mit einer klaren Struktur haben Sie den wichtigsten Schritt bereits getan.

Jede Digitalisierung braucht einen individuellen Zuschnitt

Jedes Handwerksunternehmen ist anders strukturiert und arbeitet und organisiert sich anders. Auch innerhalb der einzelnen Gewerke ist das so. Wenn Sie also die Digitalisierung in Angriff nehmen wollen, können Sie nicht generell auf einfach übernehmbare Vorgehensweisen setzen. Sie müssen die Gestaltung Ihrer digitalen „Reise“ selbst in die Hand nehmen. Hierbei steht die Bedeutung des dafür notwendigen Fahrplans (neudeutsch „Roadmap“) im Fokus.

Ein Muss: Ihr Digitalisierungsfahrplan

Wenn Sie Ihren digitalen Wandel erfolgreich gestalten möchten, brauchen Sie einen einfachen, klar strukturierten und übersichtlichen Fahrplan. Dieser beinhaltet die Stationen, die Reisezeit, Ausweich- bzw. Anschlussmöglichkeiten etc. Und er bietet Ihnen die Möglichkeit, da einzusteigen, wo Sie Ihre Reise beginnen möchten.

Sich an solch einem Fahrplan zu orientieren ist sinnvoll, denn Sie wollen Ihr Geschäft sicher nicht von heute auf morgen „umkrempeln“. Deshalb ist es wichtig, dass er konkret an Ihren eigenen Anforderungen bzw. denen Ihres Unternehmens und Tagesgeschäfts ausgerichtet ist. Dann stellt es auch kein Problem für Sie dar, Änderungen und Justierungen vorzunehmen, sollten diese während des Veränderungsprozesses nötig werden.

Machen Sie eine digitale Momentaufnahme

Das konkrete Wissen über den Stand des eigenen Unternehmens in Sachen Digitalisierung (digitaler Reifegrad) ist ein wichtiger Ausgangs- bzw. Startpunkt für alle (weiteren) Schritte, die Sie machen werden. Dies gilt sowohl für „Einsteiger“ als auch für all diejenigen, die bereits messbare Fortschritte bei der Digitalisierung gemacht haben.

Wichtig: Die Erkenntnisse, die sich aus einer regelmäßig durchgeführten Reifegradermittlung ableiten lassen, geben zum Beispiel Aufschluss darüber, auf welche Bereiche der Digitalisierung es sich stärker zu fokussieren gilt.

Führen Sie also ein Handwerksunternehmen mit angeschlossenem Handel, wird möglicherweise die digitale Interaktion mit Kunden und Interessenten in den Vordergrund zu stellen sein. So lassen sich Einkäufe und die damit zusammenhängenden Prozesse für alle Beteiligten möglichst unkompliziert und dennoch transparent gestalten.

Für Gewerke mit technologischer Expertise kann es von Bedeutung sein, zur Innovation des Geschäftsmodells Geräte und Anlagen von Kunden digital zu vernetzen, um die Zuverlässigkeit zu steigern und Ausfallzeiten zu vermeiden bzw. kurzzuhalten.

Eine klare Struktur ist schon die halbe Miete

Die schnelle digitale Kommunikation mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten bringt enorme Vorteile in der Geschwindigkeit des Tagesgeschäfts und in der Genauigkeit, mit der ein Auftrag erledigt und eine Baustelle dokumentiert werden kann. Der Begriff „Wertschöpfung“ erfährt so eine völlig neue Dimension, den Sie sich zunutze machen können.

Um diese Ziele zu erreichen, kommt es darauf an, eine strukturierte Vorgehensweise zu entwickeln, an der Sie sich orientieren können. Folgende Fokusbereiche im Unternehmen bieten sich im Kontext der Ermittlung des digitalen Reifegrades und der Umsetzung von Digitalisierungsschritten an: Digitalisierungsstrategie, Kundenzentrierung, Veränderung der Arbeitsweisen, Optimierung der Arbeitsabläufe und Geschäftsmodellinnovation.

Ferner müssen Zug um Zug weitere Themen berücksichtigt werden. Dazu gehören unter anderem die Kultivierung und Bereitstellung von Wissen sowie Anforderungen des Datenschutzes (Stichwort Datenschutzgrundverordnung DSGVO).

Bei Bedarf auf externes Know-How zurückgreifen

Wenn Sie bereits über eine hohe digitale Affinität verfügen, ergibt es durchaus Sinn, Ihren Digitalisierungsprozess von innen heraus zu strukturieren und zu starten. Sind diese Kompetenzen nicht in entsprechendem Umfang vorhanden, setzen Sie sich mit Technologie- oder Digitalisierungsexperten Ihres Vertrauens an einen Tisch. IT-Dienstleister und Ihre Handwerksorganisation helfen Ihnen da weiter.

Fazit

Trotz des möglicherweise entstehenden Handlungsdrucks sollten Sie nicht allen Anforderungen von Anfang an die gleiche Priorität einräumen. Wenn Sie das tun, besteht die Gefahr, dass Sie – und Ihre Mitarbeiter – den Überblick verlieren. Es gilt vielmehr, Ihr Unternehmen kontrolliert, eigenbestimmt und in einer für alle Beteiligten beherrschbaren Geschwindigkeit mit der digitalen Welt zu verbinden.

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Die Trendmap Handwerk wirft einen Blick in die Zukunft und beleuchtet die Trendthemen der Branche. Sie umfasst vier große Cluster: Automation | Engagement | Marketing | Networking

„25 Trends für 2025“ – so ist der Titel der Trendmap Handwerk, die einen Blick in die Zukunft der Branche wirft. Auf der Internationalen Handwerksmesse 2019 wurden die Trendmap Handwerk und sechs Trends daraus vorgestellt.

Entwickelt wurde die Trendmap von Trendforscher Peter Wippermann, Gründer der Trendforschungsagentur Trendbüro, zusammen mit der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, die die Internationale Handwerksmesse veranstaltet.

Vom Einsatz neuer Werkzeuge wie Drohnen, 3-D-Drucker und Cobots über Softwarelösungen für die Optimierung von Betriebsabläufen bis zur Positionierung des eigenen Unternehmens als Marke – das Handwerk hat in den vergangenen Jahren eine spannende Entwicklung erlebt.

Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, erklärt: „Die Internationale Handwerksmesse als Leitmesse für das gesamte deutsche Handwerk, ist immer wieder Bühne für Ideen und Innovationen, auf der Besucher die Trends aus dem und für das Handwerk erleben.

Als führender Messeveranstalter für das Handwerk in Deutschland wollen wir nun einen Schritt weitergehen und gebündelt die wichtigsten Entwicklungen aufzeigen, die das Handwerk in den kommenden Jahren beeinflussen. Durch die Trendmap Handwerk sollen Betriebe erkennen, in welche Richtung sich die Branche entwickelt, welche Chancen sich daraus ergeben und was sie beachten müssen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.“