Was Sie von digitalen Vorreitern aus dem Handwerk lernen können

Was unterscheidet digitale Vorreiter von (noch) analog denkenden Unternehmen? Genau zwei Dinge: Mut und Begeisterung. Mut, einfach zu machen, Begeisterung dafür, digitale Themen umzusetzen. Wir sagen Ihnen ganz konkret, wie digitale Vorreiter vorgehen, was sie anders machen und wie Sie von diesem Wissen in kurzer Zeit selbst profitieren können.

Die schlechte Nachricht: Mit einer App ist es leider nicht getan. Digitalisierung ist eine Riesenaufgabe. Sie geht ans Eingemachte und verändert über kurz oder lang die DNA eines Handwerksbetriebes. Die gute Nachricht: Vorreiter machen es vor und wir schauen es ihnen ab. Denn einen der größten Lerneffekte bietet der Blick auf die Praxis. Auf diejenigen, die sich ambitioniert und beherzt der Thematik geöffnet haben. Der Vorteil für Sie: Sie müssen die Welt nicht neu erfinden, sondern Sie können/dürfen/müssen von den Praxisbeispielen „abgucken“.

Jedes Unternehmen ist individuell, und was Betrieb XY macht, muss noch lange nicht zu Ihnen passen. Aber: Es geht erst im zweiten Schritt darum, welche Technologien eingesetzt werden. Zuallererst geht es ums Mindset. Ums Wollen. Mit der richtigen Einstellung sind Sie in der Lage, jede anstehende Veränderung in Ihrem Betrieb zu meistern.

Diese sechs Dinge machen digitale Vorreiter anders:

Digitale Vorreiter wollen Veränderung!

Taugt mein Geschäftsmodell für die Zukunft? Eine wichtige Frage. Viele Unternehmen stellen sie sich dennoch nicht. Die Kunden sind da. Neukunden kommen über Empfehlung. Digitale Vorreiter denken so nicht. Für sie stehen Zeitersparnis, flexible Arbeitsorganisation und Kostenreduktion im Vordergrund. Dafür brauchen sie ein neues – digitales – Geschäftsmodell. Und zwar eines, das über die Nutzung von Computer, Smartphone und Tablet hinausgeht. Bei dem Planung, Produktion, Kommunikation, Wartung, Lagerhaltung, Rechnungswesen von Grund auf optimiert werden. Digitale Vorreiter sind von den Chancen und Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, überzeugt.

Digitale Vorreiter denken vom Kunden aus!

Der zentrale Punkt bei nahezu jedem Digitalisierungsprojekt ist der Kunde. Damit er das beste Endprodukt bekommt, das er sich wünscht, müssen Unternehmen ganz früh im Wertschöpfungsprozess ansetzen und ihre Arbeitsorganisation optimieren. Alles beginnt bei der Anfrage und geht weiter über Angebot und Planung bis hin zur Rechnungsstellung. Eine passende digitale Branchenlösung ist in der Lage, die Kundendaten so zu bündeln und auszuwerten, dass sie in sämtlichen Projekten, Prozessen und Aufträgen transparent vorliegen und nutzbar sind. Der Kunde profitiert von reibungslosen Lagerprozessen, von einer digitalen Zeiterfassung, bei der 1:1 abgerechnet wird, und von digitalen Planungsprozessen, die ihm sein Endprodukt realitätsnah visualisieren. Den Kunden von heute kann man mit dem von gestern nicht mehr vergleichen. Der Kunde von heute legt Wert auf eine Ansprache in den sozialen Medien, auf eine Realisierung mit modernsten Technologien und auf einen gewissen digitalen Standard, der ihm das beste Endergebnis sichert. 

Digitale Vorreiter verfügen über eine Strategie!

Welches sind meine übergeordneten Ziele? Wie viel Digitalisierung brauche ich? Wo ist der dringendste Bedarf? Welche Technologien stehen mir dafür zur Verfügung? Welche finanziellen Ressourcen habe ich? Wie qualifiziere ich meine Mitarbeiter? Welche externe Unterstützung steht mir zur Verfügung? All diese Fragen gehören in einen Masterplan. Ohne Plan keine Digitalisierung. Digitale Vorreiter brüten, brainstormen, diskutieren, verwerfen, fragen und projektieren so lange, bis sie eine Strategie ausgetüftelt haben, die für ihr Unternehmen passt. Sie holen Mitarbeiter mit ins Boot und fragen ihre Kunden, wo der Schuh am meisten drückt. Sie arbeiten Ziele aus, verteilen Aufgaben, Zuständigkeiten, Deadlines. Schritt für Schritt, ohne Hektik, aber immer mit dem großen Ziel vor Augen, das sie zu Beginn festgelegt haben.

Digitale Vorreiter holen ihre Mitarbeiter ins Boot!

Als Chef eines Handwerksbetriebes alleine neue (digitale) Tatsachen schaffen und diese den Mitarbeitern einfach vorsetzen? Ein No-Go unter digitalen Vorreitern. Sie sind im Gegenteil der Meinung, dass nur gemeinsam ein Schuh draus wird. Warum? Weil sie wissen, dass ihre Mitarbeiter ein tiefes Kundenwissen haben, ohne das Veränderungsprozesse wertlos sind.  Dass ein „Digital Leadership“ früher oder später ohnehin auf mehr Agilität und damit eine neue, weniger starre Führungsstruktur einzahlt, davon gehen digitale Vorreiter in der Regel aus.

Digitale Vorreiter holen sich Unterstützung und Inspiration von außen!

Auch digitale Vorreiter brauchen externe Inspiration, Anregung, Schulung und Qualifikationen, Gespräche mit Kollegen. Nicht jeder ist ein Autodidakt. Der eine liest Fachartikel und Blogs, der nächste bucht ein Seminar oder eine andere Lerneinheit, die ihm die Sachverhalte und Technologien näherbringt. Nicht wenige gehen zum IT-Spezialisten oder kontaktieren einen Unternehmensberater. Fragen, suchen, recherchieren, ausprobieren. Digitale Vorreiter halten Augen und Ohren offen.

Digitale Vorreiter bleiben am Ball!

„Wir haben unseren Betrieb digitalisiert.“ Diesen Satz werden sie von digitalen Vorreitern eher selten hören, denn die Digitalisierung stellt einen andauernden Prozess dar. Fertig ist man damit nie. Digitale Vorreiter sind beweglich und passen sich neuen Situationen kontinuierlich an. 

Fazit 

Digitale Vorreiter vollbringen keine Wunder. Sie sind keine IT-Freaks, verfügen über keine günstigere Ausgangslage oder höhere finanzielle Mittel. Sie haben nicht die besseren Mitarbeiter und auch nicht mehr Glück. Digitale Vorreiter haben einfach nur verstanden, wie riesengroß der Output für ihr Unternehmen ist, wenn sie relevante Prozesse vereinfachen, verschlanken und im Hintergrund optimieren, und wie viele neue Ressourcen damit zur Verfügung stehen. Worauf warten Sie noch?

Hinweis: Um digitale Vorreiter geht es auch in unserem Netzwerk Handwerk.DIGITAL. Wir starten am Dienstag, dem 28.7., mit dem ersten Online-Talk: „Warum das Handwerk gerade jetzt digitale Vorreiter braucht.” Registrieren Sie sich hier für eine kostenlose Teilnahme  »

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Netzwerk Handwerk.DIGITAL

Gemeinsam mit Experten und anhand erfolgreicher Beispiele aus der Praxis beleuchten Netzwerk Handwerk und Netzwerk Handwerk.DIGITAL richtungsweisende Themen beleuchtet. 

Inspiriert sind die Schwerpunkte von der Trendmap Handwerk, die 25+8 zentrale Trends im Handwerk bis ins Jahr 2025 aufzeigt.

Zielgruppe der analogen und digitalen Veranstaltungen sind:

  • Handwerksunternehmer
  • Start-ups
  • Architekten und
  • Planungsbüros

DIE TRENDMAP HANDWERK

Die Trendmap Handwerk wirft einen Blick in die Zukunft und beleuchtet die Trendthemen der Branche. Sie umfasst vier große Cluster: Automation | Engagement | Marketing | Networking

„25 Trends für 2025“ – so ist der Titel der Trendmap Handwerk, die einen Blick in die Zukunft der Branche wirft. Auf der Internationalen Handwerksmesse 2019 wurden die Trendmap Handwerk und sechs Trends daraus vorgestellt.

Entwickelt wurde die Trendmap von Trendforscher Peter Wippermann, Gründer der Trendforschungsagentur Trendbüro, zusammen mit der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, die die Internationale Handwerksmesse veranstaltet.

Vom Einsatz neuer Werkzeuge wie Drohnen, 3-D-Drucker und Cobots über Softwarelösungen für die Optimierung von Betriebsabläufen bis zur Positionierung des eigenen Unternehmens als Marke – das Handwerk hat in den vergangenen Jahren eine spannende Entwicklung erlebt.

Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH, erklärt: „Die Internationale Handwerksmesse als Leitmesse für das gesamte deutsche Handwerk, ist immer wieder Bühne für Ideen und Innovationen, auf der Besucher die Trends aus dem und für das Handwerk erleben.

Als führender Messeveranstalter für das Handwerk in Deutschland wollen wir nun einen Schritt weitergehen und gebündelt die wichtigsten Entwicklungen aufzeigen, die das Handwerk in den kommenden Jahren beeinflussen. Durch die Trendmap Handwerk sollen Betriebe erkennen, in welche Richtung sich die Branche entwickelt, welche Chancen sich daraus ergeben und was sie beachten müssen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.“